Im Fokus steht die Untersuchung der Implementierung von Maßnahmen in hochrelevanten Versorgungsbereichen der Psychosomatischen Medizin.

Unsere Forschung
Im Forschungsvorhaben B zur psychosomatischen Medizin werden drei innovative Teilprojekte durchgeführt, die sich auf die Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Sachsen-Anhalt konzentrieren. Wir fokussieren uns hierbei auf die Einführung eines psychosomatischen Telekonsildienstes in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts, der Einführung von digitalen Tagebüchern in der psychosomatischen Versorgung sowie der primären Suizidprävention durch verschiedene bereits erprobte evidenzbasierte Maßnahmen.
Warum das wichtig ist?
Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Gleichzeitig gibt es oft lange Wartezeiten und Versorgungsengpässe. Telemedizin bietet die Chance, schneller Hilfe anzubieten, flexibler auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und die psychosomatische Versorgung insgesamt zu stärken. Mit unserer Forschungsarbeit möchten wir dazu beitragen, diese Chancen verantwortungsvoll und wirksam zu nutzen.
Was wir tun?
Analyse von Erfolgsfaktoren: Wir untersuchen systematisch, welche Bedingungen den Einsatz von Telemedizin in der psychosozialen Medizin erleichtern oder erschweren. Dabei nutzen wir sowohl qualitative Methoden (z.B. Interviews, Fokusgruppen) als auch quantitative Ansätze (z. B. Befragungen, statistische Auswertungen).
Modellprojekte entwickeln und testen: In Pilotprojekten erproben wir telemedizinische Anwendungen, die bei der Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen unterstützen. So können wir herausfinden, welche Technologien praxistauglich sind und wie sie Patient:innen im Alltag helfen.
Bewertung und Weiterentwicklung: Wir evaluieren die Projekte gezielt aus Sicht der Implementierung – also nicht nur, ob die Technik funktioniert, sondern auch, wie gut sie angenommen wird, welche Hürden es gibt und welche Verbesserungen notwendig sind. Wir gestalten die psychosomatische Versorgung in Sachsen-Anhalt digital, nahbar und zukunftssicher.
Sachsen-Anhalt weist derzeit die höchste Suizidrate aller Bundesländer auf. Unser Modellprojekt setzt genau hier an: Ziel ist es, wirksame und evidenzbasierte Strategien zur Suizidprävention umzusetzen sowie wissenschaftlich zu evaluieren.
Bei der Implementierung unserer suizidpräventiven Maßnahmen orientieren wir uns an den Empfehlungen der Nationalen Suizidpräventionsstrategie sowie am europäischen EAAD-Programm (European Alliance Against Depression). Der vielfach erprobte 4-Ebenen-Ansatz dient uns dabei als Grundlage für unser Projekt.
Dabei legen wir den Fokus auf die
Unser Ziel: Ein nachhaltiger Beitrag zur Suizidprävention in Sachsen-Anhalt – für mehr Aufklärung und eine bessere Versorgung.

Wir erfassen Wissen, Einstellungen und Informationsbedarfe in Sachsen-Anhalt rund um das Thema Suizid in der Bevölkerung.
Wir erfassen Wissen, Einstellungen und Informationsbedarfe in Sachsen-Anhalt rund um das Thema Suizid in der Bevölkerung.
Wir erfassen Wissen, Einstellungen und Informationsbedarfe in Sachsen-Anhalt rund um das Thema Suizid in der Bevölkerung.
Wir schulen Fachkräfte im Gesundheitswesen – insbesondere im hausärztlichen Bereich – im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen. Außerdem wollen wir das Thema Suizidprävention fest im Curriculum der Psychosomatischen Grundversorgung verankern.
Wir erheben den Bedarf für eine eigene zentrale Plattform für Betroffene, Angehörige und Interessierte in Sachsen-Anhalt. Bei Bedarf etablieren wir eine solche Plattform mit niedrigschwelligen Informationen und Hilfsangeboten.
In vielen Regionen Sachsen-Anhalts gibt es nur wenige Fachärzt:innen für psychosomatische Medizin. Das bedeutet: Wer körperlich krank ist und zusätzlich unter seelischer Belastung leidet, bekommt oft nicht schnell genug die passende Unterstützung.
Genau hier setzt unser Projekt an. Wir schaffen einen digitalen Telekonsildienst, der andere Kliniken mit uns vernetzt und den schnellen Austausch mit psychosomatischen Expert:innen ermöglicht. Ärztinnen und Ärzte in kleineren Krankenhäusern können so unkompliziert fachliche Beratung für ihre Patient:innen direkt über eine sichere Online-Plattform einholen.
Das Ziel:
Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie gut der digitale Konsildienst von Patient:innen und Personal angenommen wird, welche Barrieren es gibt und welche Faktoren den Erfolg fördern.
Das geplante Projekt verfolgt das Ziel, sogenannte ePROMs (electronic Patient-Reported Outcome Measures) in Form einer digitalen Tagebuchmethode im klinischen Alltag zu etablieren. Teilnehmende beantworten zu verschiedenen Zeitpunkten kurze Fragen zu ihrem aktuellen Erleben. So ist es möglich, Wohlbefinden und den körperlichen und psychischen Gesundheitszustand von Erfahrungsexpert*innen systematisch und alltagsnah zu erfassen. Bekannt ist diese Form der Tagebuchstudie unter den Namen Ecological Momentary Assessment (EMA) bzw. Experience Sampling Method (ESM).
Im Rahmen dieses Teilprojektes wird die Implementierung der EMA/ESM Methode zunächst in zwei Anwendungsfeldern untersucht:
Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um Therapien alltagsnah zu begleiten und die klinische Versorgung gezielt zu verbessern.
Sie kommen aus der Praxis?
Ihre Perspektive ist uns wichtig! Gemeinsam mit Praktiker:innen gestalten wir bedarfsgerechte Versorgungsangebote. Kontaktieren Sie uns gerne!
Team
Neuigkeiten
Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Zwischenergebnissen, anstehenden Veranstaltungen und Neuigkeiten rund um das Projekt.
Vortrag: Wenn das Leben nicht mehr lebenswert erscheint – Suizidprävention in Sachsen-Anhalt gemeinsam gestalten
Vortrag: Wenn das Leben nicht mehr lebenswert erscheint – Suizidprävention in Sachsen-Anhalt gemeinsam gestalten
Vortrag: Wenn das Leben nicht mehr lebenswert erscheint – Suizidprävention in Sachsen-Anhalt gemeinsam gestalten
Vortrag: Wenn das Leben nicht mehr lebenswert erscheint – Suizidprävention in Sachsen-Anhalt gemeinsam gestalten
Partner

Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (KPSM), Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.

Städtisches Klinikum Dessau, Kooperationspartner im Teilprojekt Telekonsil

Johanniter-Krankenhaus Stendal, Kooperationspartner im Teilprojekt Telekonsil
Prof. Dr. Michel Wensing, Professur für Versorgungsforschung und Implementierungswissenschaft, Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg
apl. Prof. Dr. Christoph Nikendei und Nadja Gebhardt, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universitätsklinikum Heidelberg
Kontakt
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